Bitcoin: Taugen Kryptowährungen als Geldanlage?

Bitcoins sind aktuell in aller Munde: Die einen Prophezeien der „Internetwährung“ ein baldiges Ende, während andere den Kurs schon die 100.000-Dollar-Marke knacken sehen. Aber was stimmt denn nun, Spekulationsblase oder leicht verdientes Geld? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen.

Bitcoin als Geldanlage - lohnt es sich, in Krypto zu investieren?

4.141 Dollar beträgt der aktuelle Wert eines einzelnen Bitcoins. Die Kryptowährung befindet sich damit auf einem bemerkenswerten Allzeithoch. Und das, obwohl der Kurs vor grade einmal zwei Monaten auf unter 2.000 Dollar eingebrochen war.

Die enorme und vor allem kurzfristige Wertsteigerung der Kryptowährung ruft zunehmend Investoren und Kauflustige, die auf schnelle Gewinne abzielen, auf den Plan. Aber was hat es mit der Internetwährung überhaupt auf sich? Woher stammen Bitcoins und wie erhalten diese eine realen Wert? Unser Bitcoin-Ratgeber gibt Aufschluss.

Kryptowährungen – Was ist ein Bitcoin überhaupt?

In Bildern, Grafiken und Videos wird der Bitcoin gerne als herkömmliche Münze visualisiert. Doch damit hat die Währung rein gar nichts zu tun, denn Bitcoins werden nirgendwo gepresst oder gedruckt – anders, als der Euro, Dollar oder andere Währungen.

Per Definition ist der Bitcoin (auch als „BTC“ abgekürzt) die bedeutendste dezentrale und digitale Währung der Welt. Kurzum: Bitcoin ist Bargeld für das Internet, wobei es einige entscheidende und gleichermaßen erstaunliche Eigenschaften zu beachten gilt:

  1. Es gibt keine zentrale Institution, die Bitcoins verwaltet, herstellt oder herausgibt.
  2. Bitcoins werden durch Computernetzwerke geschaffen, jeder Nutzer kann sich an dieser Herstellung beteiligen (Dieser Prozess wird „Bitcoin Mining“ genannt).
  3. Dieses Netzwerk hat mehrere Aufgaben: Es stellt die Währung her und ist gleichzeitig das System, in dem alle Zahlungen anonym durchgeführt und dokumentiert werden.

Die Kurse steigen – können aber ebenso schnell fallen

Bitcoins werden gerne als Münzen dargestellt - obwohl die Währung nur digital existiert.

Bitcoins werden gerne als Münzen dargestellt – obwohl die Währung nur in digitaler Form existiert.

Das steigende Interesse und die öffentliche Diskussion rund um die Kryptowährung sorgt für eine rasant steigende Nachfrage nach Bitcoins. Diese trifft allerdings auf ein nur begrenztes Angebot, denn die Herstellung der Internetwährung ist zeitintensiv und begrenzt (dazu später mehr).

Zuletzt war beispielsweise das Interesse aus China riesig: Eine Tochterfirma von Baidu, dem lokalen Pendant zu Google, akzeptierte den BTC nämlich als Zahlungsmittel. So wurde die chinesische Bitcoin-Börse innerhalb kürzester Zeit zum weltweit größten Handelsplatz für Bitcoins.

Aus der enormen Nachfrage ergibt sich die Erklärung für die Kursschwankungen des Bitcoins: An den Börsen haben sich die Kauflustigen nämlich gegenseitig überboten, wodurch der Wert der Währung immer weiter in die Höhe geschossen ist. Das Problem dabei: Der Kurs kann ebenso schnell wieder fallen, wie er zuvor angestiegen ist. Kritiker sprechen deswegen häufig von einer reinen „Spekulationsblase“. Das es aber auch anders geht, zeigt diese Dokumentation:

Warum wurden Bitcoins erfunden?

Welcher Programmierer den Bitcoin tatsächlich erfunden hat, ist ein bis heute nicht aufgeklärtes Rätsel. Denn die ersten Gehversuche nahm der Bitcoin unter der Obhut eines anonymen Entwicklers mit dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“. So wurde im Jahre 2008, kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, ein Gründungsdokument veröffentlicht. Auf neun Seiten wurden Pläne und Konzepte dargestellt: „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“.

Mit der Entwicklung der neuen Währung verfolgte der Erfinder tatsächlich noble Ideen: Die Internetwährung soll Privatpersonen unabhängiger von Staaten und Geldinstitutionen machen und uns so ein Stück „Macht“ zurückgeben. Das Netzwerk ist dabei das zentrale Mittel zum Erreichen dieser Ziele. Denn mit Bitcoins erfolgen Überweisungen von Geldbeträgen direkt von Teilnehmer zu Teilnehmer.

Wo werden Bitcoins gelagert, wie kann ich sie kaufen?

Der Kauf eines Bitcoin ist relativ unspektakulär: Innerhalb weniger Schritte können Sie ein Konto bei einem Online-Handelsplatz wie „bitcoin.de“ eröffnen und über die Börse Ihr Geld in Bitcoins investieren. Nach dem Kauf wird die Kryptowährung Ihrem Konto gutgeschrieben, von dort aus übertragen Sie die Coins in eine sogenannte „Wallet“.

Die Bitcoin Wallet ist, wie der Name bereits vermuten lässt, eine digitale Geldbörse für die Internetwährung. In Ihrer Wallet können Sie Bitcoins aufbewahren und außerdem Zahlungsvorgänge abwickeln. Wollen Sie mit Bitcoins online oder im Laden bezahlen, müssen Sie über die App Ihrer Bitcoin Wallet einen Code mit Ihrem Smartphone einscannen, um die Transaktion durchzuführen.

Bitcoin-Mining: Kann ich die Währung selbst herstellen?

In unseren traditionellen Währungssystemen drucken Regierungen beziehungsweise Zentralbanken mehr und mehr Geld. Anders beim Bitcoin: Bei den Kryptowährungen wird kein Geld herausgegeben, sondern es wird durch ein riesiges Rechennetzwerk „geschürft“.

Der Prozess wird „Bitcoing-Mining“ genannt: Rund um den Globus stellen Computer von Privatanwendern ihre Rechenleistung zur Verfügung. Diese Power wird zur Transaktionsverarbeitung, Absicherung und Synchronisierung aller Nutzer im Netzwerk genutzt. Anteilig zur bereitgestellten Rechenleistung erhalten die „Miner“ Bitcoins als Belohnung.

In der Theorie kann sich jeder Nutzer an dem Netzwerk beteiligen. Das heißt: Sie können sich ein Programm auf Ihren Computer herunterladen und diesen so an das Bitcoin-Netz anschließen. Das nachfolgende Video erklärt Ihnen dieses Prinzip des „Bitcoin Minings“:

Lohnt es sich jetzt noch, in Bitcoins zu investieren?

Die Finanz- und Wirtschaftskrisen der Vergangenheit haben ein unverkennbares Interesse an alternativen Währungssystemen entstehen lassen. Eine mögliche Lösung sind Bitcoins, welche seit 2009 als digitales Zahlungsmittel verbreitet werden. Die Bitcoins erfreuen sich eines regelrechten Ansturms, doch die Zukunft der Kryptowährungen ist nur schwer vorauszusagen.

Fakt ist, dass eine Investition in Bitcoins nichts für sicherheitsbewusste Anleger ist. So lassen sich mit der Kryptowährung zwar kurzfristige Gewinne einfahren, aber Ihre investierte Summe kann im Zweifelsfall ebenso schnell wieder schrumpfen.

Ein Blick auf die bisherige Entwicklung des Bitcoin zeigt allerdings den unglaublichen Wertanstieg der Internetwährung. So stieg der Kurs innerhalb eines Jahres von knapp 500 Dollar auf über 4.100 Dollar an. „Hätte ich doch nur früher investiert„, dürften sich nun viele Anleger denken…

Der Bitcoin Kurs

Der Bitcoin-Kurs: von 500 auf über 4.100 Dollar. (Quelle: btc-echo.de)

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