Pflegeimmobilien – Ein gutes Investment?

Die deutsche Bevölkerung wird immer älter, der Bedarf an Pflegeeinrichtungen immer größer. Aber sind Pflegeimmobilien deswegen auch ein gutes Investment? Bei scheinbar sicherer Rendite gilt es wichtige Fallstricke zu beachten.

Pflegeimmobilien als Investment - Lohnt es sich?

Der Bedarf an Pflegeeinrichtungen steigt unaufhaltsam

Geht es um die Berechtigung von Pflegeimmobilien, ist der demografische Wandel das Stichwort sowie der springende Punkt. Dieser Wandel der Bevölkerungsstruktur schreitet in Deutschland nämlich Jahr für Jahr mit großen Schritten voran. Und wir altern schnell – laut Prognosen wird bereits 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein.

Daraus ergibt sich ein nicht unerheblich ansteigender Bedarf an Pflegeeinrichtungen. Ob Griffe und Stützen im Bad oder kurzfristig verfügbares Pflegepersonal: Pflegeimmobilien sind ein großer Wachstumsmarkt im Bereich der Altenpflege.

Die Entwicklung der Altersgruppen bis 2060

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060

Quelle: Statistisches Bundesamt: Lange Reihen: Bevölkerung nach Altersgruppen, 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Bevölkerung Deutschlands bis 2060

Privatinvestoren schaffen fehlende Kapazitäten

Ein weiterer Grund für die steigende Nachfrage nach Pflegeimmobilien trat Anfang des Jahres in Kraft: Durch das Pflegestärkungsgesetz II wurde die Pflegebedürftigkeit neu definiert – und das stellt die Branche vor neue Herausforderungen.

Denn unterm Strich gelten seit dem 01. Januar 2017 mehr Menschen als pflegebedürftig als zuvor. Kurzum gibt es nun nämlich statt der bisherigen drei Pflegegrade gleich fünf neue Pflegestufen, sodass insgesamt mehr Menschen Pflegeleistungen beanspruchen können.

Für die Betreiber von Pflegeheimen bedeutet das durch ein plötzliches Mehr an Kunden eigentlich ein wachsendes Geschäft. Doch die Kehrseite ist offensichtlich: Es fehlt an Kapazitäten. Die Plätze in den Heimen sind in vielen Regionen bereits ausgebucht.

Bereits seit Jahren investiert die Branche folglich kräftig in Neubauten und wird dabei immer mehr von Privatinvestoren unterstützt. Das liegt auch daran, dass die Baukosten der Einrichtungen für viele Städte und Kommunen zu hoch sind. Und so entsteht ein gefragtes Investment-Modell, bei dem langfristige Mietverträge sichere Renditen versprechen.

So läuft das Investment in Pflegeimmobilien ab

Wer aktuell ein Sparbuch oder ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von 0,5 Prozent sein Eigen nennt, der kann sich noch zu den glücklichen Sparern zählen. Grund dafür ist das aktuelle Zinstief, welches kaum eine Verzinsung der herkömmlichen Sparmaßnahmen zulässt.

Genau in diesen Zeiten klingt die Rendite zwischen vier und sechs Prozent in Kombination mit den weiteren Vorteilen der Pflegeimmobilien besonders verlockend: Nebst der sicheren Verzinsung durch langjährige Mietverträge werben die Betreiber mit hoher Sicherheit und einem Belegungsrecht, nach dem der Käufer im Alter selbst einen Platz im Pflegeheim zugesichert bekommt.

Insgesamt klingt das Investment in Pflegeimmobilien verlockend. Während das Heim als Ganzes im Besitz des Betreibers bleibt, werden einzelne Apartments durch Privatanleger finanziert. Der Betreiber kümmert sich anschließend um die Vermietung und die Instandhaltung des Objektes.

Pflegeimmobilien als Investment - Lohnt es sich?

Die Nachteile: Auf Rendite folgt Risiko

Kein lukratives Investment ohne Risiko, das ist die goldene Regel des Finanzmarktes. Wo finden sich also im Bereich der Pflegeimmobilien die Nachteile eines solchen Investments? Vor einem Kauf sollten Sie sich auf jeden Fall über die Fallstricke Ihres Vorhabens informieren.

Das größte Risiko ist die Auswahl der richtigen Pflegeimmobilie. Wichtig ist dabei nämlich nicht nur der allgemeine Standort der Immobilie, sondern auch der Betreiber des Pflegeheims. Schließlich bleibt das Objekt unter dessen Obhut und Sie sind auch nach dem Kauf darauf angewiesen, dass ihr „Verwalter“ gute Arbeit leistet.

So ist beispielsweise eine dauerhaft hohe Auslastung eine Herausforderung für den Betreiber. In einer Region mit hoher Nachfrage sollte dies aber möglich sein, sofern die Einrichtung darüber hinaus eine hohe Qualität in den Bereichen Personal, Pflege und Betreuung bietet.

Die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Investment in Pflegeimmobilien ist es also, dass Sie einem renommierten und erfahrenen Betreiber oder Projektentwickler vertrauen. Solange der Betreiber nicht in eine Insolvenz rutscht, sind Ihnen dann nämlich Monat für Monat die Mietzahlungen sicher – auch, wenn Ihr gekauftes Objekt einmal leer steht.

Pflegeimmobilien sind für passive Investoren geeignet

Bei genauerer Betrachtung ist eine Pflegeimmobilie nicht wesentlich riskanter als der Kauf einer herkömmlichen Eigentumswohnung. Bei letzterer müssen Lage und Ausstattung schließlich ebenso stimmen, wie bei den Pflegeeinrichtungen.

Dafür bietet ein „normales“ Immobilien Investment meist eine Wertsteigerung, während davon bei Pflegeimmobilien nicht auszugehen ist. Sollen diese nämlich veräußert werden, stehen aufgrund der stärkeren Abnutzung meist nämlich starke Sanierungsarbeiten an. Auch sind viele Pflegeheime speziell für die Pflegebedürfnisse gestaltet, was sich beispielsweise in der Raumaufteilung widerspiegelt.

Im Gegenzug erspart Ihnen eine Pflegeimmobilie den Aufwand der herkömmlichen Vermietung und die Kosten für die Instandhaltung schlagen über die Jahre nicht so stark zu Buche. Pflegeimmobilien sind insgesamt vor allem für Investoren geeignet, die eher passive Geldanlagen ohne große Mühen suchen.

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